Meine Referenzen

Meine Ansprachen

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl meiner Referenzen.

Aus Danksagungen, Briefen und E-Mails an mich

„Liebe Frau Scheer,
vielen Dank für ihre aufrichtige Anteilnahme und die tröstenden Worte.
Sie haben in ihrer Rede so schön von unserem Arne gesprochen und aus seinem kurzen Leben auf so nette Weise erzählt.
Es ist für mich immer noch unbegreiflich, ein Kind dürfte nicht vor seinen Eltern gehen. Aber das Leben geht weiter und ich muss nach vorne schauen.
Ein Trost für mich ist unser kleiner Enkel Fredrik mit seiner fröhlichen Art und ich fahre, so oft es geht, nach Berlin. In den nächsten Tagen kommt sein kleiner Bruder auf die Welt und uns erwarten neue Aufgaben.“


„Liebe Frau Scheer,
wir Kinder möchten uns ganz herzlich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie Ihr Versprechen gehalten haben!
Sie haben keine Trauerrede im eigentlichen Sinne gehalten, sondern durch die von Ihnen erzählten vielen kleinen Anekdoten und Kurzepisoden rund um unsere Mutti dazu beigetragen, dass es für uns alle eine schöne Trauerfeier war!
Sie wäre ganz im Sinne unserer Mutter gewesen!
Für Sie alles Gute…“


„Liebe Frau Scheer,
von ganzem Herzen danke ich Ihnen für alles Gesagte in der Trauerfeier für unseren Thomas – es hat mein Herz (auch das von Martin (das ist der Bruder des Verstorbenen) direkt erreicht – wie gut Sie ihn doch kannten!! Alle mir wichtigen Begleiter an dem Tag waren berührt. Danke, danke!! Gerne hätte ich noch 3 Texte (damit ist die ausgedruckte Ansprache gemeint, die ich den Angehörigen immer mitgebe) von Ihnen. Etliche haben sich das gewünscht – aber diese wären die Nötigsten. Alles andere kann ich nach und nach kopieren – herzlichst Ihre…“


„Liebe Frau Scheer,

herzlichen Dank für die Zusendung Ihrer schönen Trauerrede. Beim Durchlesen habe ich gerade bemerkt, dass meine Gedanken auf der Beerdigung einige Male woanders gewesen sind. Die Rede finde ich jetzt noch einmal gelungener. Danke, dass Sie ebenfalls nach Ihren besten Möglichkeiten ein realistisches, wertschätzendes Kurz-Bild über die positiven, aber auch negativen Aspekte meines Vaters gezeichnet haben. Besonders berührt hat mich dieser Satz „(…) Wenn das nicht ein großes Zeichen von Liebe ist! (…)“ und der gesamte letzte Abschnitt Ihrer Rede.
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (Der kleine Prinz), das konnte mein Vater ganz gewiss und das haben Sie sehr schön zum Ausdruck gebracht.“

Für Ihre anerkennenden, würdigenden Worte an meine kleine Rede möchte ich mich auch sehr bei Ihnen bedanken. Ich persönlich wünsche mir, dass Menschen offen und ehrlich miteinander umgehen. Ich denke, dass sich enttäuschte Erwartungshaltungen, Gefühle und Konflikte dadurch besser vermeiden lassen könnten. Mir ist bewusst, dass das bei bestimmten Themenkomplexen schwieriger möglich ist, z.B. in Diplomatiefragen, aber auch der Beziehung, wo sich sehr schnell Dinge zum negativen aufschaukeln können. Offene Worte können leider auch sehr verletzend sein, auch mit einer wertschätzenden Kommunikation. Mit unserem Vater konnten wir auch immer offen über alles reden und er hat im Grundsatz als Realist die Welt so gesehen, wie sie ist, ohne übertriebene Beschönigungen, die bei genauer Betrachtung nicht wirken.

Lieben Dank, beste Grüße und einen erholsamen Sonntag Ihnen“


„Danke für die Rede, die Sie bei der Trauerfeier meines Mannes gehalten haben. Bei der Trauerfeier habe ich nicht viel davon gehört. Da Sie mir die Rede überreicht haben, konnte ich die Rede in einer stillen Stunde und in Ruhe lesen. Auch dafür meinen Dank!“


Auszüge aus einer Hausarbeit

4.) Fallbeispiel einer teilnehmenden Beobachtung einer Trauerfeier mit der Trauerrednerin D. Scheer

Dorothea Scheer ist eine selbständige Trauerrednerin, die hauptsächlich Trauerfeiern von nicht der Kirche angehörigen Verstorbenen übernimmt.
Ich habe die Trauerrednerin bei einer Trauerfeier mittels einer verdeckten teilnehmenden Beobachtung beobachtet. Dabei bin ich unsystematisch vorgegangen und habe eine ganz natürliche Situation beobachten können:

Ich betrete die Friedhofskapelle, die schon mit vielen Leuten gefüllt ist. Es sind besonders viele junge Leute anwesend, da es sich bei dem verstorbenen X um einen erst 18jährigen gehandelt hat. Die Atmosphäre ist sehr traurig und wirkt auch verzweifelt. Im Hintergrund spielt leise klassische Musik, die die totale Stille vermeidet. Mir fällt auf, dass im vorderen Bereich der Kapelle ein Segelflugzeug mit Kreide auf den Boden gemalt ist. Dies ist sehr passend für die Trauerfeier, da X Segelfliegen als Hobby betrieben hatte.
Nach einiger Zeit beginnt die Trauerfeier und die Kapelle hat sich mittlerweile mit ca. 200 Menschen gefüllt. Als Vorspiel erklingt das Lied „Über den Wolken“, auf Wunsch der Familie wurde nicht gesungen.
Dann erscheint die Trauerrednerin D. Scheer. Sie hat ein freundliches und ernsthaftes Auftreten und ist dem Anlass entsprechend dunkel und schlicht gekleidet, strahlt aber dennoch keine zu große Trauer aus. Sie beginnt mit der Begrüßung und liest einen Abschnitt aus dem Buch „Der Seelenvogel“ vor. In diesem Text geht es um die Seele von Menschen und was sich alles für Gefühle in ihr befinden können. Danach folgt das Lied „Der Himmel geht über allen auf“.
In Ihrer Ansprache zeichnet D. Scheer dann das Leben des verstorbenen jungen Mannes nach und macht uns Zuhörern noch einmal klar, um was für einen Menschen es sich bei X gehandelt hat: „X, so kommt es mir vor, war gerne oben auf, das war sein Naturell, sein Sport, das Motorradfahren hat ihn oben auf dem Bock sitzen lassen, das Segelfliegen hat ihn immer wieder nach oben gebracht, sein Berufswunsch wäre Pilot gewesen“ (Scheer, D. Traueransprache). Ihre Rede macht den großen Verlust klar, aber Ihre Worte geben auch Zuversicht und lassen mich denken, dass X sicher nicht gewollt hätte, alle so verzweifelt zu sehen: „X hätte da gesagt: Kennt ihr nicht die Geschichte und hätte versucht, uns alle aufzuheitern, so wie er es immer getan hat“ (Scheer, D. Traueransprache) Im Anschluss an die Ansprache spielt der Organist das Lied „Morning has broken“. Dann folgen noch einige Gedanken der Rednerin zum Thema Leben und Tod und langsam kommt die Trauerfeier mit dem Segenswunsch mit dem Titel „Weite des Himmels“ zum Ende. Trotz all der tröstenden Worte und Lieder fühle ich mich aber doch sehr hilflos, da ich selbst nichts tun kann, nicht aktiv werde. Doch dann zum Ende der Trauerfeier werden alle die möchten gebeten, sich beim Hinausgehen ein Teelicht zu nehmen und auf die vorgezeichneten Linien des aufgezeichneten Segelflugzeuges zu legen. Viele gehen mit Musik begleitet an dem Sarg vorbei, der in der Kapelle stehen bleibt, und kommen dieser Bitte nach. Als alle dies getan haben, ist ein Bild eines leuchtenden Segelfliegers entstanden und dies ist das Bild, das ich als Trost mit nach Hause nehme.

5.) Analyse des Fallbeispieles anhand von Kriterien des EFQM-Modells

Ich möchte das Fallbeispiel in diesem Kapitel anhand von zwei Kriterien des EFQM-Modells besprechen, nämlich Kriterium 3 Mitarbeiter und Kriterium 6 Kundenbezogene Ergebnisse. Zur Analyse ziehe ich die Homepage von der Trauerrednerin D. Scheer hinzu, um die dort genannten Fakten auf ihre „Wahrheit“ in der wirklichen Arbeit zu überprüfen. Bei der Überprüfung folge ich dem RADAR-Ablauf.

5.1 Überprüfung des Kriteriums 3: Mitarbeiter
Definition des Kriteriums
Wie die Organisation das Wissen und das gesamte Potential ihrer Mitarbeiter auf individueller, teamorientierter und organisationsweiter Ebene managet, entwickelt und freisetzt und wie sie diese Aktivitäten plant, um ihre Politik, Strategie und Effektivität ihrer Prozesse zu unterstützen.
5 Teilkriterien:
– 3a Mitarbeiterressourcen werden geplant, gemanagt und verbessert
– 3b Das Wissen und die Kompetenzen der Mitarbeiter werden ermittelt, ausgebaut und aufrecht erhalten
– 3c Mitarbeiter werden beteiligt und zu selbständigem Handeln ermächtigt
– 3d Die Mitarbeiter und die Organisation führen einen Dialog
– 3e Mitarbeiter werden belohnt, anerkannt und betreut

Da Frau Scheer keine Mitarbeiter beschäftigt, werde ich die Kriterien nur auf ihre eigenen Fähigkeiten als „Arbeiter“ beziehen.
Aus der Homepage geht hervor, dass D. Scheer evangelische Theologie studiert hat und als Pastorin und Krankenhausseelsorgerin gearbeitet hat. Außerdem gibt sie an, eine Seelsorgeausbildung durchlaufen zu haben.
Zum Teilkriterium 3a und 3b lässt sich sagen, dass sie eine ansprechende Trauerfeier, in der auf alle Betroffenen eingegangen wurde, gestaltet hat (=Results). Sie hat versucht die gesamte Trauerfeier auf das Leben des Verstorbenen und die Gefühle der Trauernden zu beziehen (=Approaches). Sie hat Texte und Lieder ausgesucht, die beide Aspekte wieder geben und auch ihre Ansprache hat sowohl eine gute Rede dargestellt, wie auch ein wenig Trost in der schweren Zeit (=Development). In der Überprüfung (=Review) kann man also sagen, dass sie ihre Ressourcen als Rednerin und Seelsorgerin gut geplant, gemanaget und eingesetzt hat, denn sonst wäre diese Art der Trauerfeier kaum möglich gewesen. .Auf ihrer Homepage lädt sie auch dazu ein, Kritik zu anzugeben. Das bedeutet sie ist durchaus bereit ihre Fähigkeiten weiter zu verbessern.
Zum Kriterium 3b: Aus der Überprüfung des Kriteriums 3a geht hervor, dass D. Scheer Wissen um ihre Kompetenzen hat, denn sonst hätte sie diese nicht gut einsetzen können, über die Art , wie sie sie ermittelt, ausbaut und aufrechterhält, gibt das Fallbeispiel und die Homepage keinen Aufschluss.
Die Kriterien 3c und 3d und 3c können in diesem Fall nicht analysiert werden, da sie die einzige „Mitarbeiterin“ ist.

5.2 Überprüfung des Kriteriums 6: Kundenbezogene Ergebnisse
Definition des Kriteriums:
Was die Organisation in Bezug auf ihre externen Kunden erreicht.
2 Teilkriterien: Messergebnisse aus Kundensicht und Leistungsindika-
toren mit Bezug zu folgenden Aspekten:
– Image insgesamt
– Produkte und Dienstleistungen
– Verkaufs- und Kundendienstleistungen
– Loyalität

Ich werde nun im Folgenden auf die drei Teilaspekte Image, Dienstleistung und Loyalität eingehen. Meine Ergebnisse beziehen sich auf meine Beobachtung und damit meine Gefühle während der Trauerfeier, als auch auf Aussagen, die von anderen Trauergästen gemacht wurden.
Auf Ihrer Homepage „wirbt“ Frau Scheer mit dem Spruch:
„Reden…wo es die Sprache verschlägt
Abschied…wo trennen schwer fällt
Leben…mit Trauer und Trost“ (Scheer, D. www.dorothea-scheer.de).
Dies scheint als eine Art Leitbild ihrer Arbeit als Trauerrednerin. Dieses Leitbild findet sich auch in der Trauerfeier von X wieder (=Results). Sie hat geredet und über das Leben von X erzählt, wo es mir und den anderen, die an der Feier teilnahmen, die Sprache verschlagen hatte. Sie hat gerade durch den Abschluss mit dem Ablegen der Teelichte den Abschied etwas einfacher gemacht, da man selbst aktiv werden konnte. Dies bestätigten auch andere Trauergäste. Durch ihr gesamtes Auftreten, die Worte, die sie wählte und den besonderen Abschluss gab sie ein wenig Trost für das weitere Leben trotz der großen Trauer (=Approaches und Development). Somit hat sie das Versprechen über ihre Arbeit, das sie durch die Homepage vermittelt, gehalten. Und somit ein gutes Image bei den Zuhörern und den Angehörigen erzeugt (=Assessment and Review).

Zu ihrer Dienstleistung, die hier hauptsächlich die Ansprache darstellt, sagt sie auf ihrer Homepage folgendes: „Wer einen Menschen verliert, hat leicht den Eindruck, dass alle Wellen dieser Welt über ihm zusammenschlagen und drohen, auch den Trauernden mit hinab- zuziehen. Darum ist es so wichtig, während einer Trauerrede den Versuch einer Perspektivenänderung zu wagen und nicht nur vom Verlust zu sprechen, sondern auch von der Dankbarkeit darüber, einen lieben Menschen bei sich gehabt zu haben“ (Scheer, D. www.dorothea-scheer.de).
Auch in ihrer Rede über das Leben von X hat sie diese Perspektivenveränderung getan. Außerdem hat sie in ihrer Ansprache und der Gestaltung der Trauerfeier, wie oben schon gesagt, ihr Leitbild erfüllt (=Results). Sie hat den großen Verlust klar gemacht und dennoch aufgezeigt, dass wir auch ein Stück weit froh sein können, einen solchen Menschen gekannt zu haben (=Approaches und Development). Damit hat sie die Erwartung der Trauergäste, trotz der großen Trauer mit Zuversicht Abschied nehmen zu können, erreicht (=Assessment and Review).

D. Scheer wurde nach der Trauerfeier weiterempfohlen (=Results). Dies resultierte aus ihre Arbeit während der Trauerfeier, die darauf ausgerichtet war, die Erwartungen der Trauergäste zu erfüllen (=Approaches und Development).
Dass D. Scheer nach der Trauerfeier als Trauerrednerin weiterempfohlen wurde, zeugt von Kundenloyalität.(Assessment and Review).

6.) Zusammenfassung

Insgesamt lässt sich sagen, dass D. Scheer, anhand der 2 Kriterien des EFQM-Modells, eine qualitativ hohe Arbeit verrichtet.
Die Analyse hat ergeben, dass sich die kundenbezogenen Ergebnisse im Falle einer Trauerfeier gut über eine teilnehmende Beobachtung herausfinden und analysieren lassen.. Da der Beobachter (Forscher) gleichzeitig Betroffener (Kunde) ist und nur so die Wirkung der Worte, Lieder, usw. spüren und beschreiben kann. Natürlich ist so eine Wirkung sehr subjektiv und deshalb ist die Befragung anderer Zuhörer, wie die Trauerfeier auf sie gewirkt hat sehr wichtig, um ein „wirkliches“ Ergebnis zu erzielen. Zusammenfassend ist also zu sagen, dass sich bei einer Trauerfeier, die Kundenbezogenen Ergebnisse mittels einer teilnehmenden, unsystematischen Beobachtung einer natürlichen Situation gut erfassen lassen.
Das Kriterium Mitarbeiter ist durch eine teilnehmende Beobachtung schwieriger zu beleuchten, da man aus der Trauerfeier nur vermuten kann, welche Fähigkeiten vorhanden sind und wie sie aufrecherhalten und verbessert werde. Hier gibt aber die Analyse der Homepage schon mehr Aufschluss. Natürlich sagt aber auch die ansprechende Art einer Trauerfeier etwas über die Fähigkeiten der Rednerin aus, denn ohne sie ist eine gute Ansprache und Gestaltung kaum möglich.